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Schnudeputzers Tochter (Artikelnummer: 0130-167)

Schnudeputzers Tochter
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Rothenbergen, Dezember 1944. Ein junge Mutter steht allein und verlassen mit ihren beiden kleinen Kindern mitten im Dorf. Geflohen vor dem Bombenhagel in der Stadt, versetzt von einem Lehrmädchen, das nicht für die versproche Unterkunft gesorgt hat, bricht für die Geschäftsfrau, die in Hanau mit ihrem Mann einen Friseursalon betrieben und sich um die Frisuren und Masken der Schauspieler im Stadttheater vor ihren Auftritten gekümmert hat, eine Welt zusammen. Ihre kleine Tochter erlebt, wie ihre Familie – der Vater ist kurz nach Kriegsende aus der Gefangenschaft auch nach Rothenbergen gekommen – schrittweise wieder Fuß fasst: wie ausmühselig beschafften Einzelstücken in zwei Zimmerchen unter dem Dach eine Wohnung entsteht, mühsam wieder ein Existenz aufgebaut wird, wie Mutter, Vater und die Kinder in das vielfältige gesellschaftliche Leben des für sie so fremden Dorfes integriert werden. 60 Jahre später beginnt Doris Müller-Glattacker ihre Erinnerung an das Dorf aufzuschreiben. Zu ihrer Verwunderung merkt sie, dass sie diese Zeit nicht aus der Sicht einer erwachsenen Frau schildern kann, sondern dass sie ihr Leben auf dem Land aus der Perspektive des Kindes beschreibt. Wenn es um die Empfindungen, Gefühle und Wahrnehmungen geht, braucht das Buch keine Erzählerin, da »babbelt« Schnudeputzers Tochter, wie das Mädchen in Anlehnung an den Beruf ihres Vaters im Dorf genannt wird. Der Leser erlebt das »Gekräusch, Gefleusch und Gelaaf« im Dorf, wie Doris es gesehen und gehört hat, er taucht in die Gedankenwelt eines Kindes ein, das sich oft aufmüpfig und vorlaut gegen die Scheinheiligkeiten der Erwachsenenwelt auflehnt, fantasievoll und spielerisch seinen Platz im Dorf erobert, sich mit Gott und der Welt auseinandersetzt, an autoritären Lehren verzweifelt und abgedroschene Phrasen hinterfragt. Die acht Jahre in Rothenbergen waren für Doris so prägend, dass der Umzug, die »Vertreibung«, wie sie es nennt, bis heute für sie Nachwirkungen hat. Redet sie über diese Zeit, dann fließen früher oder später Tränen. Sie fühlte sich so sehr mit dem Dorf, seinen Bewohnern und der Natur verbunden, dass sie auf keinen Fall mit nach Hanau ziehen wollte. Als ihr Bitten und Betteln, allein im Dorf wohnen zu bleiben, nicht erfüllt wurde, fühlte sie sich wie ein entwurzelter Baum, der wieder eingegraben nicht mehr richtig anwachsen konnte – die starken Wurzeln waren in Rothenbergen geblieben. Im Laufe der Jahre hat das »Bäumsche« überall in Hanau seine zarte Würzelchen ausgebreitet und fühlt sich, wenn auch noch immer leicht »zerfleddert «, sichtlich wohl.

ISBN 978-3937774-67-1,168 Seiten, Hardcover, 12 x 19 cm,



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